Calmont Klettersteig

Calmont Klettersteig

Der Calmont Klettersteig liegt am steilsten Weinberg Europas zwischen den Moselgemeinden Bremm und Ediger-Eller. Bis zu 70 Prozent Steigung besitzen die Hänge am Moselufer und lange Zeit galt der Weinberg Calmont als zu unwegsam und steil, um über einen Klettersteig erschlossen werden zu können.

calmont klettersteigCalmont Klettersteig: Kletterabenteuer an Europas steilstem Weinberg
Der Calmont ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges und erhebt sich an einer engen Moselschleife zwischen Bremm und Ediger-Eller. Die Steigung liegt zwischen 55 und 70 Prozent und selbst in dieser ungewöhnlichen Steillage wird auf kleinen Terrassen hoch über dem Fluss Wein angebaut. Der Klettersteig besitzt eine Länge von rund 3,5 km und überwindet in seinem Verlauf ca. 250 Höhenmeter. Mit Schwierigkeitsstufen, die als mittel bis schwer eingestuft werden, stellt er selbst für geübte Bergwanderer eine Herausforderung dar. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und festes Schuhwerk sind unabdingbare Voraussetzung, um eine Wanderung auf dem Calmont Klettersteig erfolgreich abzuschließen. Zwar ist keine Kletterausrüstung für die Bewältigung der Strecke erforderlich, doch einige Passagen sind nicht ganz ungefährlich. Wo einst Schiefergeröllhalden, Felsköpfe und Brombeergestrüpp den Weg versperrten, erfolgt der Aufstieg heute über Zinkleitern, Treppen und gesicherte Handläufe.

Verlauf des Calmont Klettersteiges
Eine Wanderung auf dem Calmont Klettersteig nimmt hinter der Eisenbahnbrücke in der Ortschaft Eller ihren Anfang, wo ein Pfad zur Galgenlay ansteigt. Oben erfolgt der Einstieg in einem schmalen Trampelpfad in die Weinberge Richtung Bremm. Am steilen Hang entlang führt der Klettersteig stetig bergauf, bevor die Abzweigung nach Bremm erreicht ist. Nach dem Passieren einiger Felsvorsprünge und herrlichen Aussichten auf die gewundene Mosel im Tal folgen einige schwierige Passagen mit einer 25 m langen Strecke, die durch ein Stahlseil gesichert ist. Der Abstieg nach Bremm erfolgt durch die Weinberge über einen Weg, der von den Winzern genutzt wird. Eine alternative Route führt kurz vor Bremm über einen steinigen Pfad bis zum Gipfel. Konditionsstarke Urlauber sollten sich diesen Abschnitt nicht entgehen lassen, denn die Aussicht auf das Moseltal aus einer Höhe von 381 m über dem Meeresspiegel ist überwältigend.

Römisches Bergheiligtum und Aussichtspunkt auf dem Gipfelplateau
Auf dem Gipfelplateau hoch über der Mosel erreicht der Calmont Klettersteig den höchsten Punkt. Oben laden Bänke nach dem kräftezehrenden Aufstieg zu einer erholsamen Pause ein. Vom Frühsommer bis zum Herbst hat eine Hütte auf dem Gipfelplateau geöffnet, wo Sie gekühlte Getränke und Moselwein erhalten. Der Gipfel ist ein beliebter Startplatz für Paraglider und an klaren Sommertagen können Sie die bunten Segelschirme über der Mosel schweben sehen. Geschichtsinteressierte Urlauber sollten einen Abstecher zur archäologischen Ausgrabungsstätte auf dem Calmont einplanen. Auf dem Gipfel wurden die überreste einer gallo-römischen Tempelanlage aus dem 2. Jahrhundert entdeckt. In der Antike war die Bergkuppe nicht bewaldet und das Bauwerk war bereits aus großer Entfernung sichtbar. Nördlich der Ausgrabungsstätte befindet sich die Rekonstruktion eines alten Brunnens, der entweder zur Zeit der römischen Besiedlung oder im Mittelalter zur Wasserversorgung ausgehoben wurde.

Abstieg über den Calmont-Höhenweg
Eine Klettertour auf dem Calmont Klettersteig lässt sich hervorragend mit einer Tour auf dem Calmont-Höhenweg kombinieren, dessen Streckenprofil weniger anspruchsvoll ist. Nachdem Sie das gallo-römische Bergheiligtum hinter sich gelassen haben, passieren Sie die Aussichtspunkte "Vierseenblick" und "Todesangst", bevor Sie zum Gipfelkreuz am höchsten Punkt des Weinberges ankommen. Der Ausblick auf die enge Moselschleife und die langsam vorbeiziehenden Schiffe ist grandios. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses erhebt sich am Ufer die Ruine einer ehemaligen Klosterkirche, der Sie zum Abschluss der Wanderung einen Besuch abstatten können. Das Augustinerkloster Stuben zwischen Ediger-Eller und Neef wurde im 12. Jahrhundert gegründet und nach dem Vorrücken der Franzosen im späten 18. Jahrhundert aufgelöst. Seit 2002 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten und archäologische Grabungen an dem alten Gemäuer statt. Das einstige Kirchenschiff wird heute für verschiedene Freiluftveranstaltungen und Open-Air-Konzerte genutzt.

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