Hängeseilbrücke Geierlay: Adrenalinkick für Wagemutige

Hängeseilbrücke Geierlay: Adrenalinkick für Wagemutige

ID 93619917 © Fabian Meseberg | Dreamstime.com

Die Hängeseilbrücke Geierlay ist eine 360 m lange Fußgängerbrücke im Hunsrück, die sich in einer Höhe von bis zu 100 m über das Mörsdorfer Bachtal schwingt.

Mitten im Hunsrück schwingt sich die Hängeseilbrücke Geierlay zwischen den Ortsgemeinden Sosberg im Landkreis Cochem-Zell und Mörsdorf im Rhein-Hunsrück-Kreis über das bis zu 100 m tiefe Bachtal von Mörsdorf. Die Überquerung des Tales auf der gerade einmal 85 cm breiten Lauffläche der Seilbrücke ist für manche Besucher eine echte Herausforderung. Zwar verhindern Abspannseile an beiden Seiten ein starkes Schwanken der Brücke, doch beim Blick in die Tiefe befällt den ein oder anderen Touristen ein mulmiges Gefühl. Bei feuchter Witterung hüllen Nebelschwaden die Konstruktion hin und wieder ein und eine mystische Stimmung breitet sich im darunter liegenden Tal aus. Unter der Hängeseilbrücke verläuft mit dem Saar-Hunsrück-Steig ein zertifizierter Fernwanderweg.

Konstruktion der Hängeseilbrücke

Mit einer Länge von 360 m gehört die Fußgängerbrücke im Hunsrück zu den längsten Hängeseilbrücken Europas. Sicherheit für die Besucher hat bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung oberste Priorität. Die Verankerungen an beiden Seiten wurden bis zu 25 m tief in den Fels eingelassen. An diesen Fundamenten wurden vier Stahlseile befestigt, die das Tal überspannen und auf denen die Holzplanken für die Lauffläche befestigt sind. Die seitliche Stabilisierung erfolgt über Windlastseile, die unter den Lastseilen verlaufen und schräg abgespannt sind. Diese Sicherung ist notwendig, damit die Hängeseilbrücke bei starkem Wind nicht zu sehr ins Schwanken gerät. Der Laufsteg besteht aus Douglasienholz und ist 85 cm breit. Bei entgegenkommenden Besuchern kann es etwas eng werden – eine Situation, die an warmen Sommertagen keine Seltenheit ist. Ausschließlich Fußgänger können die Hängeseilbrücke überqueren. Fahrräder müssen geschoben werden.

Besucherzentrum in Mörsdorf

Für die meisten Besucher der Hängebrücke im Hunsrück ist das Besucherzentrum in Mörsdorf die erste Anlaufstelle. Im ganztägig geöffneten Foyer informieren Sie zwei Bildschirme über die Hängeseilbrücke und versorgen Sie mit Fakten zur Planung, zur Bauzeit und zur Entstehung. Am Besucherzentrum stehen gebührenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Da im Ort Mörsdorf kaum Parkraumkapazitäten vorhanden sind, nutzen die meisten Besucher diese Stellflächen für ihre Pkws und Motorräder.

Wer sich vorab ein Bild von der Situation vor Ort machen will, kann die Live-Webcam im Besucherzentrum nutzen. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgt das Restaurant Geierlay. Wer den Aufenthalt im Hunsrück mit einer Übernachtung vor Ort verbinden will, findet Unterkunftsbetriebe über eine Suche auf einem Touchscreen. Als besonderer Service wurde ein Telefon neben dem Bildschirm installiert, das für eine kostenlose Suchanfrage genutzt werden kann.

Video: Über dem Abgrund - Deutschlands längste Hängebrücke "Geierlay"

Wandern rund um die Geierlay

Die Hängebrücke bei Mörsdorf wurde nach dem Flurstück Geierlay benannt, durch das mehrere Rundwanderwege führen. Einige sind kurz und eignen sich hervorragend für einen gemütlichen Sonntagsspaziergang, andere für eine halbtägige Wanderung. Die Rundwege beginnen und enden am Besucherzentrum. Die Brücke muss dabei nicht zwangsläufig überquert werden. Wer Höhenangst hat und die Überquerung vermeiden will, kann über eine Abkürzung an den Startpunkt zurückkehren. Zu den meistbegangenen Routen zählt die sechs Kilometer lange „Geierlayschleife“. Eine echte Herausforderung ist die sogenannte „Bergkreuz-Runde“, deren Merkmal die zahlreichen steilen Pfade sind. Auf Romantiker warten mit dem „Dünnbach-Pfad“ und dem „Masdascher Burgherrenweg“ zwei Mosel-Traumschleifen. Unter der Hängeseilbrücke verläuft mit dem Saar-Hunsrück-Steig ein zertifizierter Fernwanderweg.

Anfahrt zur Hängeseilbrücke Geierlay

Die Anfahrt zur Hängeseilbrücke im Hunsrück erfolgt einerseits über die A61, wobei Sie die Abfahrt Pfalzfeld nehmen und anschließend der Hunsrückhöhenstraße B327 in Richtung Kastellaun folgen. Ab Kastellaun folgen Sie der Beschilderung in Richtung Mörsdorf. Auch über die A48 ist die Anfahrt möglich. Ab der Abfahrt Kaifenheim folgen Sie der Beschilderung in Richtung Treis Karden. Dort überqueren Sie die Moselbrücke und orientieren sich an der Beschilderung Richtung Blankenrath, bis hinter dem Kloster Engelport die Ortschaft Mörsdorf ausgeschildert ist.

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